Was geschieht mit STEAG-Fläche?

Dass der Regionalverband Ruhr (RVR) und seine Ruhrgebietsstädte oftmals andere Interessen haben als der Kreis Wesel und sein eher ländlich geprägter Raum, ist keine spektakuläre Neuigkeit, sondern hinlänglich bekannt.

Aus diesem Grund haben wir als WGV-Fraktion zwar 2017 für die Ausweisung der STEAG-Kraftwerksfläche als Kooperationsfläche gestimmt, unsere Fragen/Forderungen an die Voerder Verwaltung (Planungshoheit verbleibt in Voerde; letztendliches Entscheidungsrecht des Voerder Rates) und Bedenken vor einer befürchteten RVR-Bevormundung deutlich artikuliert. Dagegen zu stimmen, hätte im schlimmsten Fall bedeutet, die Fläche wäre planerisch in eine Grünfläche zurückgefallen mit keiner Möglichkeit, die Kraftwerksruine zurückzubauen, weil den Investoren/Eigentümern die Möglichkeit auf Refinanzierung genommen worden wäre.

Die Stadt Voerde selbst verfügt laut RVR über ausreichend GI-Fläche. Dass nun die CDU-Fraktion in Voerde just vor Beginn der heißen Wahlkampfphase das Thema „Risiken in der Nachfolgenutzung des STEAG-Kraftwerksstandortes Voerde-Möllen“ hochzieht und mit Blick auf Lünen, wo ein Investor gegen die Interessen der Stadt eine ehemalige Kraftwerksfläche zum Logistikstandort entwickele, so die CDU-Fraktion in einem Antrag, ist interessant und zugleich irritierend. Ob es geschickt ist, sollte die Öffentlichkeit bewerten.

Der ehemalige Planungsdezernent der Stadt Voerde, Winfried Limke, hatte just 2017 für eine Teilfläche bereits diese Idee. Erst auf mehrmalige Hinweise durch den WGV-Fraktionsvorsitzenden Christian Garden, dass die verkehrliche Anbindung dies nicht zulasse und dass er (Limke) mit dieser Absicht der vom Land und von Straßen.NRW favorisierten, in Voerde aber strikt abgelehnten B8n-Trasse entlang der Frankfurter Straße damit ein wichtiges Argument liefere, folgte eine Kehrtwende und das Thema Logistik dort an dieser Stelle wurde städtischerseits ausgeschlossen. Zusätzlich dazu beigetragen mag auch noch haben, dass Logistik in Voerde-Möllen der DeltaPort (dem Hafenverbund von Kreis Wesel-Stadt Wesel-Stadt Voerde) Konkurrenz gemacht hätte, insgesamt das Areal viel zu wertvoll für eine logistische Nutzung ist.

Mithin bemerkenswert war, dass von den anderen im Rat vertretenen Fraktionen 2017/18 erst einmal kein Widerspruch, keine Bedenken formuliert wurden. Ja, 2018 luden diese Voerder Ratsfraktionen als Parteien (Wichtig! Die WGV ist keine Partei. Deshalb wurde sie von diesem Bündnis, das sich jetzt 2020, drei Monate vor der Kommunalwahl heftig bekämpft, außen vor gelassen, weil die WGV in der Sache zu wenig euphorisch, zu kritisch war!) zu einer gut besuchten Bürgerversammlung mit der Landespolitik ein. Tenor: Wir schaffen das! Alles entwickelt sich (mit dem RVR) so, wie wir uns als Voerder Bündnis 90/Die Grünen, CDU, FDP und SPD das vorstellen. Alles wird mindestens gut, eher besser!

Mit der Erarbeitung und öffentlichen Vorstellung von drei Planungs- oder besser Ideenskizzen 2019, was auf dem Gelände nach Abbruch der Kraftwerksruine passieren könnte, haben wir als WGV-Fraktion noch einmal bestärkt, was auf dem Areal entstehen sollte: Gesundheits- und (neu!) Wissenschaftscampus als Gewerbe-, Wissenschafts- und Technologiepark, Freizeit- und Wellnessangebote, Businesspark mit Büroflächen, Daten- sowie Serverinfrastruktur, Wohnen: Gut, prospektiv umgesetzt ist dies in der Vision 1 „Rhein-Campus Möllen“.

Autor: Martin Kuster | Datum: 29. Juni 2020 | Themen: , , ,
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